OTTO im Interview: “In den vergangenen 12 Monaten haben wir 2 Millionen zusätzliche Kunden gewonnen”

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Mit OTTO Market hat sich der zweit umsatzstärkste Onlineshop in Deutschland nun auch zum Online-Marktplatz gewandelt. Kim Niedner, Leiter Sales und Partner Portal OPC im Partnermanagement bei OTTO, hat sich den Fragen des OTTO-Partners Lengow gestellt. Ein Interview.

OTTO ist laut Angaben des EHI Retail Institutes nach Amazon.de der umsatzstärkste Onlineshop in Deutschland. Wie ist die Entwicklung hin vom reinen Onlineshop zum Marktplatz mit OTTO Market zu beurteilen?

Die Entwicklung vom Händler bzw. vom reinen Onlineshop zur Plattform ist für OTTO eine besondere Herausforderung – wir betrachten es sogar als die größte Transformation der Unternehmensgeschichte. Um eine bestmögliche Umsetzung aus Kundensicht zu gewährleisten, haben wir zunächst Differenzierungsaspekte und Stärken in der Aufstellung herausgearbeitet. So haben wir eine Markenpositionierung geschaffen, die auf den Werten fair, persönlich und inspirierend aufbaut. Das ist unser Anspruch, da möchten wir mit otto.de als Plattform hin. Mit diesen Werten als Basis bieten wir einen Mehrwert für unsere Partner und für unsere Kund*innen, auch indem wir unser Sortiment stetig erweitern und immer mehr Marken und Services auf der Plattform präsentieren.

Welche Händler und Marken können gegenwärtig auf dem Marktplatz von OTTO verkaufen? Was gibt es dabei zu beachten?

Aktuell binden wir nur Händler mit einer deutschen Unternehmensrechtsform und einer deutsche Steuernummer an. Der Grund dafür ist, dass wir Partner zum Start möglichst schnell und einfach anbinden wollen. Wenn man sich zum Beispiel damit auseinandersetzen muss, wie ein Handelsregisterauszug in Lettland aussieht, verlieren wir wertvolle Zeit, in der wir bereits anderen Partnern den Verkauf ermöglichen können. Darüber hinaus fokussieren wir uns derzeit auf Sortimente in den Bereichen Fashion & Lifestyle, Einrichten & Wohnen, Technik & Medien, Sport & Freizeit sowie Garten & Heimwerken. Wir arbeiten daran, dass wir im Laufe der Zeit ein immer breiteres Angebot an Produkten über den Marktplatz abbilden können, allerdings gibt es auch Produktgruppen, die unseren Werten entsprechend gänzlich unerwünscht sind. Dazu gehören z.B. Produkte aus der Militär- und Waffenindustrie, Produkte mit Federn oder Daunen aus Lebendrupf oder Echtpelzen.
Zudem achten wir auch darauf, dass die Händler unsere Declaration on Sustainability erfüllen, mit der gewisse Werte und Normen der Otto-Gruppe verbunden sind. Zu unserer Verantwortung zählen wir faire Produktionsbedingungen bei unseren Lieferanten und den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Dieser Weg ist nicht immer einfach, aber in unseren Augen alternativlos. Daher stellen wir an unsere Partner ebenfalls hohe Anforderungen.

OTTO ist ein deutsches Unternehmen und macht den meisten Umsatz in Deutschland. Gibt es Pläne auch europaweit tätig zu werden? Können bald auch ausländische Händler auf dem Marktplatz verkaufen?

Wir planen auch über die nationalen Grenzen hinaus den Verkauf auf otto.de zu ermöglichen. Aktuell ist es noch so, dass zusätzlich zu einer deutschen Rechtsform und einer deutschen Steuernummer, Händler Ihre Waren aus einem deutschen Warenlager an unsere Endkund*innen verschicken müssen. Versenden sie aus dem Ausland, binden wir sie aktuell nicht an. Allerdings sind wir derzeit dabei, die Infrastruktur dahingehend aufzubauen und zu prüfen, dass auch der Versand aus ausländischen Lägern, wie zum Beispiel aus Polen keine Hürde mehr darstellt.

Welche Tipps haben Sie für Händler und Marken, die mit dem Verkauf auf OTTO starten möchten?

Interessierte Händler und Marken sollten in jedem Fall unsere Webseite www.otto.market besuchen. Dort finden sie alle Informationen über OTTO Market, zu den Anforderungen und den bereits verkaufsfähigen Sortimenten und haben außerdem die Möglichkeit sich als Interessent zu registrieren. Die Registrierung ist vollkommen unverbindlich, sie ist jedoch notwendig, damit unser Sales-Team den Kontakt aufnehmen kann, um offene Fragen zu klären und die weiteren Schritte für eine Anbindung zu besprechen.

Wie hat OTTO die Coronakrise erlebt? Ein totaler Boom oder auch eine große Herausforderung?

Die Corona-Krise war und ist herausfordernd, auch für OTTO.
Wir hatten allerdings das Glück, aufgrund unseres Geschäftsmodells mit etwas anderen Voraussetzungen durch diese besondere Zeit zu kommen als beispielsweise der stationäre Handel. Die Coronakrise hat den Online-Handel insgesamt stark befeuert, und auch OTTO ist in den vergangenen Monaten deutlich gewachsen. In den vergangenen 12 Monaten haben wir im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast 2 Millionen zusätzliche aktive Kund*innen gewonnen und liegen nun bei 9,4 Millionen aktiven Kund*innen. Dafür sind wir sehr dankbar und arbeiten mit aller Kraft daran, die Herausforderung, die damit einhergehen, bestmöglich zu bewältigen.

Sie sind an OTTO Market interessiert und möchten dort Ihre Produkte verkaufen? Lengow erleichtert Ihnen die Anbindung an den Marktplatz; nehmen Sie einfach Kontakt auf.

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Adrian Gmelch

Adrian Gmelch ist Tech- und E-Commerce-begeistert. Er betreute zunächst große Tech-Unternehmen bei einer internationalen PR-Agentur in Paris, bevor er für die internationale Öffentlichkeitsarbeit bei Lengow tätig wurde.