Schlussverkäufe und Feiertagsshopping in Europa

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Onlinehändler müssen viele Dinge beachten, wenn sie international verkaufen möchten. Dazu zählt nicht nur, dass man ein Verständnis für Märkte und Verbraucherverhalten in verschiedenen Ländern haben sollte, sondern auch über die Zeiträume der Schlussverkäufe informiert sein sollte,  da diese in Europa stark variieren. Wir haben hier die wichtigsten Daten für Sie kurz und knapp zusammen getragen. Außerdem werden wir auf Traffic Trends während der Feiertage eingehen.

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Großbritannien

In Großbritannien gibt es keine fixen Zeiträume für Schlussverkäufe. Wie auch immer, es gibt Hauptzeiträume die Onlinehändler unbedingt nutzen sollten. Sommerschlussverkäufe beginnen sehr häufig Ende Juni und Winterschlussverkäufe beginnen normalerweise am zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember). Black Friday (am ersten Freitag nach Thanksgiving) und Cyber Monday (am ersten Montag nach dem Thanksgiving Feiertag in den USA) sind die Haupt E-Commerce Tage für britische Händler. Gemäß IMRG wurden 2014 am Black Friday £810 Millionen ausgegeben und £720 Millionen am Cyber Monday.

Internet-Traffic: Großbritannien/Irland ist die einzige Region, in der die Mobile – und Desktopgerätenutzung fast gleich ist. Der zweite Weihnachtsfeiertag in Großbritannien und Irland hatte mit 61 Prozent die höchste mobile Aktivität. Großbritannien/Irland hat außerdem die höchste mobile Aktivität  Europas mit insgesamt 57 Prozent. Trotzdem sank auch hier die mobile Nutzung am Black Friday auf 42 Prozent und am Cyber Monday auf 44 Prozent.

Frankreich

In Frankeich gibt es zwei Schlussverkaufsperioden. Zum einen im Winter (7. Januar bis 17. Februar) und im Sommer (24. Juni bis 4. August). Schlussverkaufszeiträume sind in Frankreich gesetzlich festgelegt und müssen von daher respektiert werden. Beide Zeiträume repräsentieren einen enorme Möglichkeit für Käufer Umsätze zu steigern. In 2015 haben 81,3 Prozent der Franzosen Produkte während des Winterschlussverkaufs gekauft. Amazon war der große Gewinner im Winterschlussverkauf 2015 -die besten Rabattgewährungen in allen Kategorien kamen von dem Marktplatz.

Internet-Traffic: Frankreich erreichte seinen Spitzenwert am 29. November (der Tag nach dem Black Friday) mit 345.975 V/PM. An diesem Tag kamen 35 Prozent des Datenverkehrs von mobilen Geräten (zwei Prozent höher als der mobile Grundwert).

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Deutschland

Seit das Wettbewerbsrecht am 3. Juli 2004 in Kraft getreten ist, können Händler beliebig Schlussverkäufe, ohne Einschränkungen bei den angebotenen Produktkategorien, durchführen. Wie auch immer, aus Gewohnheit zu den alten Zeiträumen, finden nach wie vor sehr häufig Winterschlussverkäufe vom 25. Januar bis zum 5. Februar statt und Sommerschlussverkäufe vom 27. Juli bis zum 8. August.

Internet-Traffic: Deutsche sind besonders früh dran, wenn es um Feiertagseinkäufe geht. Bereits Ende November und Anfang Dezember lag die Aktivität bereits deutlich höher im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. In Deutschland wurde der höchste Spitzenwert von 293.217 VP/M am 23. November erreicht. Deutschland hatte im Vergleich eine der geringsten Mobilgerätenutzung am Cyber Monday.

Spanien

Ähnlich ist es in Spanien. Hier können Händler auch frei entscheiden, wann Schlussverkäufe stattfinden sollen. Normalerweise finden Sommerschlussverkäufe vom 1. Juli bis zum 31. August statt. Im Sommer 2014 lag der durchschnittliche Einkaufswarenwert bei 85€. Im Sommer 2015 werden noch bessere Ergebnisse erwartet auf Grund der Verbesserung der spanischen Wirtschaftslage. Der Winterschlussverkauf startet am 7. Januar und endet Anfang März.

Internet-Traffic: Spanien war eins der Länder mit einem Spitzenwert im Vergleich zu anderen europäischen Ländern (normalerweise um das Vierfache höher). Am 6. Januar 2014 konnte Spanien einen Spitzenwert von 587.580 V/PM, also das 13,5-fache des Grundwerts, erreichen. Was hier besonders beeindruckend ist: mehr als die Hälfte der Käufer in der Region waren über ein mobiles Gerät aktiv. Am ersten Tag vom Winterschlussverkauf nutzten ganze 55 Prozent der Käufer ein mobiles Gerät, 21 Prozent nutzten Android-Geräte und 21 Prozent iPads.

 

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Italien

In Italien finden Winterschlussverkäufe normalerweise am 7. Januar statt und Sommerschlussverkäufe am 7. Juli statt. Beide Verkaufsperioden dauern circa 30 Tage. Dieses Jahr wird vorausgesagt, dass Verkäufe von 3%-5% im Vergleich zum letzten Jahr steigen werden.

Internet-Traffic: Auch in Italien trat der meiste Traffic vor dem Wochenende vom Black Friday und Cyber Monday auf. Eine Besonderheit ist hier das der Spitzenwert letztes Jahr bereits am 19. November um 11 Uhr MEZ erreicht wurde mit 89.330 V/PM. Die Winterschlussverkäufe stachen im Vergleich dazu nicht besonders auf, da nur ein Spitzenwert von 49.231 V/PM am 7. Januar erreicht werden konnte. Italien hatte, gemeinsam mit Deutschland, die geringste mobile Aktivität am Cyber Monday.

 

Skandinavien

Früher waren Schlussverkaufsperioden zweimal pro Jahr üblich. Mittlerweile finden sehr häufig Schlussverkäufe in der Zwischensaison statt. Das ist auf die instabilen Witterungsverhältnisse zurückzuschreiben, daher ist es sehr schwierig den Bedarf an Sommermode vorauszusagen. Wenn das Wetter im August noch gut ist, können Händler die Herbstmode noch nicht verkaufen und müssen die Sommerschlussverkäufen fortsetzen und vice versa. Traditionell beginnen Sommerschlussverkäufe am 21. Juni, allerdings starten 11 Prozent der schwedischen Händler bereits eine Woche vorher mit den Schlussverkäufen. Fast 25 Prozent des Jahresumsatzes von Kleidung und Schuhen werden während der Sommerschlussverkäufe umgesetzt.

Internet-Traffic: Neben Spanien, konnten auch die nordischen Länder einen Spitzenwert erzielen. Am 6. November wurden 207.563 V/PM gemessen, das heißt das 16-fache des Grundwerts. Eine weitere Besonderheit: nordische Länder haben mit 40 Prozent den drittgrößten Wert für mobilen Datenverkehr, ein Viertel des Verkehrs wurde von iPads generiert.

Und was haben wir gemeinsam?

• Die Tage zwischen Black Friday und Cyber Monday sind in ganz Europa ein beliebter Shopping Zeitraum mit dem meisten Traffic. In Europa hat der tägliche Datenverkehr am Black Friday zwischen 2013 und 2014 um insgesamt 77 Prozent zugenommen.
• Obwohl mCommerce in einigen Regionen Europas sehr beliebt ist. Insgesamt lässt die mobile Aktivität im Vergleich zum Grundwert an wichtigen Shoppingtagen nach. Es konnte eine Abnahme der mobilen Aktivität an Tagen mit dem höchsten Traffic-Wert festgestellt werden.
• Ein interessanter Trend: Mehr als 20 Prozent des gesamten Traffics an Feiertagen in Europa stammt von iPads und 14 Prozent von Android-Geräten.
• Ein Tipp: Einige Händler versuchen schon frühzeitig Käufer mit interessanten Angeboten zu locken um die Verkaufsmöglichkeit des Black Fridays voll auszuschöpfen. In einigen Ländern wurde bereits am 23. November, dem Sonntag vor dem Black Friday, viel geshoppt.
Europäer shoppen mehr am Abend. Spitzenwerte wurden zwischen 21 und 23 Uhr MEZ gemessen.

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Imke Müller-Wallraf