Den Traffic im eigenen Geschäft durch Online-Strategien erhöhen

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Obwohl weiterhin rund 90 % des Einzelhandelsumsatzes in „physischen“ Geschäften gemacht wird, werden Produktrecherchen, Verfügbarkeitsüberprüfung, Erfahrungsaustausch und Lektüre der Rezensionen online und mobil gemacht. In Deutschland haben beispielsweise Kunden 2017 bei rund der Hälfte der Umsätze im stationären Handel vorher im Internet nach Informationen gesucht. Das ist enorm. Online und offline scheinen mehr zusammenzuhängen als bisher gedacht. Dies bedeutet, dass für stationäre Händler – im Onlinehandel aktiv oder nicht – die Zeit gekommen ist, Offline-Daten auch in ihre Online-Erfassungsstrategien zu integrieren. Im Folgenden identifizieren wir bedeutsame Online-Kanäle für diese Offline-Online-Strategien (Facebook, Google, Snapchat, Twitter) und zeigen, was für eine wichtige Rolle korrekte Produktdaten dabei spielen.

Phygital ist das neue Stichwort

Erfolgreiche Händler und Marken sind heute „phygital“ – das heißt, sie haben Strategien entworfen, um ihre digitale und physische Handelswelt zu einer einzigen zu verbinden, um eine nahtlose Customer Journey zu ermöglichen.

Geschäfte sind heute nicht mehr nur Geschäfte, wo eingekauft wird, sondern sie sind Orte, wo erlebt wird. Um Kunden zu fesseln und die eigene Spitzenposition im Handel zu halten, bereiten Top-Marken und -Händler ihnen ein unvergessliches Erlebnis. Man könnte den Trend als „erlebnisorientierten Einzelhandel“ bezeichnen. Nike ist beispielsweise ein Experte auf diesem Gebiet mit dessen 55.000 Quadratmeter großem Raum in SoHo, New York. Dort gibt es ein Basketball- sowie ein Fußballfeld, Laufbänder und Abenteuerzonen etc. Nike hat es damit geschafft, seinen Store in eine Erlebniswelt umzuwandeln, in der die Kunden maximal mit der Marke interagieren und Produkte ausprobieren (und dann bestellen) können. Solche Showroom-Konzepte funktionieren mehr und mehr und verleiten die Kunden dazu, letztendlich doch das Produkt dann online zu bestellen und nach Hause geliefert zu bekommen.

Der Produktkatalog als zentrale Säule jeder Online-Offline-Integrationsstrategie

Eine effektive Multi-Channel-Strategie präsentiert Ihr Produkt dem Verbraucher, wann immer er es kaufen möchte. Da die Anzahl der Kanäle gestiegen ist und der Markt sowohl online als auch offline komplexer geworden ist, ist es entscheidend, die Vorteile Ihrer Produktdaten zu nutzen und sich damit von Ihren Mitbewerbern zu unterscheiden.

Ein optimierter Produktkatalog ist der Schlüssel zur Integration Ihrer Online-Werbeaktivitäten in die Offline-Welt Ihrer physischen Geschäfte. Der Katalog ermöglicht die Vernetzung von Online- und Offline-Kanälen, indem er die Verfügbarkeit und die Preise von Produkten in Geschäften in der Nähe des Käufers präsentiert. Er ist das Herzstück Ihrer Multi-Channel-Strategie, und deshalb muss er aktuelle und qualitativ hochwertige Produktdaten enthalten. Produktdatenfeedmanager wie Lengow ermöglichen die Optimierung dieser Daten.

Kanäle für Ihre Offline-Online-Strategie

Als Händler oder Marken haben Sie eine Reihe von Möglichkeiten, um mit Ihrer Online-Werbung Ihren In-Store-Traffic zu erhöhen.

Facebook

Facebook kann ein guter Kanal sein, um auf Ihre „physischen“ Geschäfte aufmerksam zu machen. So können Sie auf Facebook etwa dynamische lokale Anzeigen für mehrere Shop-Standorte erstellen, um Ladenverkehr und Verkäufe im Geschäft zu generieren. Die Verwendung dieser Anzeigen erfordert, dass Ihre Filialen im Facebook Business Manager hinterlegt sind.

Außerdem testet Facebook gerade in der Beta mit ausgewählten Händlern seine so genannten Dynamics Ads for Retail (DAR). DAR ermöglichen es Einzelhändlern, den In-Store-Traffic mit dynamischen Anzeigen aus dem lokalen Produktkatalog zu steigern. Der genaue Standort des Shops ist in einer Karte eingezeichnet. DAR basieren auf der Standort- und Interessenhistorie des Benutzers.

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Weitere Tipps und Möglichkeiten, mit Facebook den Traffic im Geschäft zu steigern, finden Sie in unserem Whitepaper.

Google

Bei Google hat es eine Wachstumsanfrage von 500 % bei Suchen des Typs „Offen + jetzt + in der Nähe“ innerhalb der letzten zwei Jahre gegeben. Um Einzelhändler dabei zu unterstützen, diesen Trend zu nutzen, hat Google Standorterweiterungen eingeführt – ein leistungsstarkes Tool für Werbetreibende, die daran interessiert sind, den Traffic in ihren physischen Geschäften zu steigern.

Mit Standorterweiterungen helfen Sie Ihren potentiellen Kunden, Ihre Standorte einfacher zu finden. In Ihren Anzeigen werden dazu die Geschäftsadresse, der Unternehmensstandort oder die Entfernung des Kunden zum Geschäft eingeblendet. Um die Seite des Standorts aufzurufen, muss der Kunde dann einfach darauf klicken. Dort findet er weitere Details und die wichtigsten Informationen zu Ihrem Unternehmen. Mit der Standorterweiterung von Google sind Sie in der Lage, das für Ihre potenziellen Kunden bequemste Erlebnis zu gestalten und zu definieren.

Google bietet hier natürlich auch seine Shopping Ads an, aber noch interessanter sind die Local Inventory Ads (LIA, zu dt. Anzeigen mit lokaler Produktverfügbarkeit). Diese zeigen Ihre Produkte an und speichern Informationen für Käufer, die sich in der Nähe befinden und in Google danach suchen, ähnlich wie bei den Standorterweiterungen. Wenn ein Verbraucher jedoch auf Ihre Anzeige klickt, wird er an die „lokale Schaufensterfront“ weitergeleitet – eine Google gehostete Seite, die Ihrem Shop gewidmet ist.

Ähnlich wie bei der Integration von Produktkatalogen in andere Netzwerke sind genaue Produktdaten bei Google das entscheidende Element für den Erfolg. Die Einrichtung Ihres Feeds für lokale Bestandsanzeigen ist etwas komplizierter als für Google Shopping, da mehrere Datenquellen ins Spiel kommen. Die Herausforderung besteht darin, regelmäßig Produktinformationen von Ihren verschiedenen Verkaufsstellen abzurufen und insbesondere Ihre Bestandsdaten auf dem neuesten Stand zu halten.

Snapchat

Gerade Snapchat könnte zu einem neuen, wichtigen Player für Offline-Online-Strategien werden. 85 % der Snapchat-Nutzer teilen nämlich aktiv ihren Standort während sie sich in der App befinden. Das ist sehr wichtig für Händler, die Werbekampagnen rund um ihre Geschäfte erstellen wollen.

Als Händler oder Marke auf Snapchat können Sie Ihre Liste der Geschäfte importieren und Ihre Anzeigen so einrichten, dass sie nur in der Nähe Ihrer Verkaufsstellen erscheinen. Mit dem neuen Shoppable Snap Anzeigenformat ermöglicht Snapchat nun die automatische Erstellung von Anzeigen mit dem Produktkatalog eines Werbetreibenden. Ähnlich wie der Katalog in Facebook funktioniert, unterstützt der Snapchat Produktkatalog Einzelhandels- und E-Commerce-Werbetreibende bei der Skalierung ihrer Anzeigenerstellung.

Twitter

Für Einzelhändler, die daran interessiert sind, mit ihrer digitalen Werbeaktivität In-Store-Aktionen durchzuführen, bietet Twitter ebenfalls die Möglichkeit, Werbung nach Standort zu schalten. Das Targeting kann nach Land, Region, Stadt oder Postleitzahl eingegrenzt und mit dem Device Targeting kombiniert werden. Sie könnten beispielsweise mobile Benutzer ansprechen, die sich an einer bestimmten Postleitzahl befinden, in der sich Ihre Filialen befinden, was Ihnen eine viel bessere Chance gibt, Twitter-Nutzer zu erreichen, während sie unterwegs sind.

Weitere Details und Tipps für eine gelungene Online-Offline-Strategie sowie zu der genauen Funktionsweise von Facebook, Google, Snapchat und Twitter finden Sie in unserem aktuellen Whitepaper, dass wir zusammen mit MakeMeReach verfasst haben:

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Adrian Gmelch

Adrian Gmelch ist Tech- und E-Commerce-begeistert. Er betreute zunächst große Tech-Unternehmen bei einer internationalen PR-Agentur in Paris, bevor er für die internationale Öffentlichkeitsarbeit bei Lengow tätig wurde.