Triller: Alles über die neue Konkurrenz von TikTok

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Auch wenn TikTok bei jungen Leuten extrem gut ankommt, muss sich die berühmte Video-Sharing-App nun auf Konkurrenz einstellen. Die Video-App Triller, eine französisch-amerikanische Produktion, stellt TikTok langsam in den Schatten. Wie funktioniert Triller? Welche Vorteile hat diese App? Ist TikTok bereits out? Wir haben uns die Erfolgsgeschichte von Triller genauer angesehen.

Was ist Triller?

Die französisch-amerikanische App Triller wurde 2015 gegründet und stützt sich auf den Slogan „Create, Share, Connect“. Create: Zunächst kannst du mit Triller kurze Videos mit Hintergrundmusik erstellen oder mehrere Videos zusammenschneiden. Die App passt dein Video an den Rhythmus der gewählten Musik an. Share: Als Triller-User kannst du deine Clips mit Freunden und Followern teilen. Connect: Triller funktioniert wie eine gewöhnliche Social-Media Plattform, wo du Feeds folgst, Kommentare und Likes abgibst und mit deiner Community verbunden bist.

Wie nutzt man Triller?

Triller ist wie TikTok besonders einfach in der Anwendung:

  1. Musikstück auswählen: Du kannst eine Musik aus der Triller-Bibliothek auswählen oder sie von deinem Telefon importieren;
  2. Video aufnehmen: Das geht einfach und intuitiv. Wenn du bereits Videos auf deinem Smartphone hast, kannst du diese herunterladen oder in Echtzeit filmen;
  3. Video erstellen: Die App schneidet dein Video automatisch zusammen. Du kannst es bearbeiten, indem du die Aufnahmen-Reihenfolge umkehrst, Kürzungen vornimmst oder andere Szenen hinzufügst;
  4. Video personalisieren: Wende verschiedene Filter an oder füge Texte, Emojis oder Zeichnungen hinzu;
  5. Video teilen: Teile deine Musikvideos nicht nur auf Triller, sondern auch auf Instagram, Twitter, Facebook und WhatsApp. Du kannst dein Video aber ganz einfach auch auf deinem Smartphone abspeichern.

Übrigens: Mit dieser App kann man auch Videos mit anderen Triller-Usern erstellen.

Welche Vorteile hat Triller?

TikTok und Triller bieten in erster Linie ein Service zur Erstellung und Verbreitung von Kurzvideos an. Die französisch-amerikanische App möchte sich vor allem als Spezial-App für Musikvideos von der Konkurrenz abheben. Ein klarer Vorteil von Triller ist die Musik-Auswahl: Während TikTok nur Remixe oder Coverversionen anbietet, findet man in der Audio-Mediathek von Triller eine breitgefächerte Auswahl an frei nutzbaren Titeln, dank der Lizenzvereinbarungen, die Triller mit großen Musiklabels wie Warner, Universal oder Sony abgeschlossen hat. Dadurch können Triller-User die Musik für ihre Videos völlig legal nutzen. Übrigens hat sich die Musikgröße Snoop Dogg dazu entschieden, die aufstrebende App zu unterstützen.

Triller nutzt seinen französisch-amerikanischen Doppelstatus als Vorteil: So entspricht die App nicht nur den amerikanischen Anforderungen und Erwartungen, sondern auch den Besonderheiten des europäischen Marktes, sowohl in Bezug auf Zollangelegenheiten als auch hinsichtlich der Gesetzgebung.

Während TikTok als App bei Jugendlichen boomt, richtet sich Triller an junge Erwachsene. Die App setzt absichtlich nicht auf dieselbe Zielgruppe und spricht somit ein musikliebendes Publikum an, das auf der Suche nach authentischeren Video-Kreationen ist. Der Leiter von Triller Europa, Claude Crevelle, möchte klarstellen, dass das Ziel der App nicht darin besteht, als TikTok-Konkurrenz aufzutreten, sondern sich parallel zu ihr weiterzuentwickeln.

logo triller

Welche Zukunft hat TikTok?

Mit über 27 Millionen Usern täglich ist Triller noch weit davon entfernt, die mehr als 50 Millionen TikTok-User zu übertreffen. Die Marketingstrategie von Triller könnte sich jedoch auszahlen. Triller knüpft zahlreiche Partnerschaften mit renommierten Influencern wie Lea Elui. Auch wenn noch viele User TikTok nutzen, haben zumindest einige bereits ein eigenes Konto auf Triller eröffnet.

Darüber hinaus haben zahlreiche Regierungen ihre Bedenken an der chinesischen App geäußert. TikTok wurde in Indien bereits verboten und auch in den USA prüfen die Behörden ein mögliches TikTok-Verbot. Donald Trump etwa nannte die chinesische App eine Bedrohung für sein Land und empfiehlt die Nutzung von Triller.

Auch wenn das alles für TikTok nicht das Ende bedeutet und Triller weiterhin seine Präsenz ausbauen kann, heißt das noch lange nicht, dass die eine oder andere App von einer neuen Konkurrenz herausgefordert wird … in der schonungslosen Welt der Kurzvideos.

Photo von bruce mars auf Unsplash

Yves Attias

CEO & Founder der Agentur YATEO