Big Data: M2C wird C2M
Das von den E-Commerce-Giganten in China stammende „Consumer to Manufacturer“-Modell verbindet Endproduzenten und Endverbraucher, um maßgeschneiderte Produkte zu niedrigeren Preisen herzustellen. Plattformen wie Pinduoduo – mit 536,3 Millionen aktiven Käufern und 7 Milliarden verkauften Produkten in der ersten Hälfte des Jahres 2019 – teilen Verbraucherdaten mit den Unternehmen des Einzelhandels und ermöglichen es ihnen, die Marktanforderungen besser zu erkennen und genau zu wissen, was die Verbraucher brauchen, wollen und was für ein Budget sie einplanen. Der Verbraucher wendet sich mittels Daten an die Hersteller mit Vorschlägen, was sie produzieren sollen: Es ist nun der Verbraucher, der die Produktion initiiert. C2M wird von einigen als die „vierte technologische Revolution“ (nach Dampfmaschine, Elektrizität und Automatisierung) bezeichnet und soll die Produktions- und Lieferkette revolutionieren sowie gleichzeitig den Einzelhandel umgestalten, indem die Bedürfnisse der Verbraucher in den Vordergrund gestellt werden.
C2M ist im Wesentlichen dabei, die traditionelle Fertigung von einem F&E- und Marketing-getriebenen Prozess zu einem verbraucherorientierten Prozess zu verschieben.
Ein Modell, das dem Handel und den Verbrauchern gleichermaßen nutzt
Im traditionellen Produktionsmodell stellen die Hersteller Waren her und gehen mit dem Produkt auf den Verbraucher zu, um Verkäufe zu tätigen. Die Entwicklung eines neuen Produkts dauert in der Regel mehr als 18 Monate. Die gesammelten Daten ermöglichen es den Herstellern bei diesem neuen C2M-Modell nun mehr, die Bedürfnisse und Präferenzen der Verbraucher zu verstehen, so dass Produkte in viel kürzerer Zeit entwickelt werden können und die Effizienz innerhalb des Produktionsprozesses deutlich gesteigert wird. Durch die Reduzierung der Produktlinien, stärkere Skaleneffekte und eine rationalisierte Lieferkette werden die Endeinkaufskosten gesenkt. Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes können Produktinnovationen besser realisieren und die Marktanforderungen erfüllen, so dass sie letztendlich eine höhere Produktqualität zu niedrigeren Preisen anbieten können.

Jiaweishi: Eine C2M-Case-Study
Jiaweishi aus Shenzhen ist ein Hersteller von Markenkonsumgütern, darunter Philips und Whirlpool. Im Jahr 2018 hat die Firma eine eigene Marke von Roboterstaubsaugern gegründet. Als sie mit dem Online-Verkauf über Pinduoduos „New Brand Initiative“-Programm begann, erhielt sie direkten Zugang zu einem riesigen Pool an potentiellen Käufern. Nach dem Erfolg der ersten Verkäufe des ursprünglichen Roboter-Vakuums ist Jiaweishi nun in der Lage, das Produkt noch weiter zu verbessern und den Umsatz zu steigern:
- Basierend auf den Daten, die von Pinduoduo gesammelt wurden, hat der Roboter die zufällige Reinigungsroute zu einer geordneteren Route zusammengestellt. Das Erscheinungsbild des Produkts wird neugestaltet, um es für den Verbraucher attraktiver zu machen.
- Die Bedenken der Verbraucher hinsichtlich der Qualität eines unbekannten Markenproduktes werden über Live-Streaming-Videos angesprochen. Diese Live-Streams machen den Herstellungsprozess für den Verbraucher transparent und verbreiten gleichzeitig den Markennamen Jiaweishi.
Bilder: Pinduoduo
Adrian Gmelch
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