Shoppable Videos: Käufer auf neue Art und Weise ansprechen

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Google zufolge geben fast 67 % der E-Shopper an, dass sie sich beim Kauf von einem Video inspirieren ließen. Videos nehmen mittlerweile einen prominenten Platz in der Customer Journey der Verbraucher ein. Die Akteure befinden sich in einem heftigen Wettlauf, um Werbetreibenden die Möglichkeit zu geben, ihren Produktkatalog direkt über Videos zu bewerben. Händler sollen ihre Marke und ihre Produkte über Videos bewerben und dadurch neue Käufer erreichen können. Entdecken Sie in diesem Artikel die Initiativen einiger Marketing-Kanäle, auf denen es möglich ist, Ihren Produktkatalog über Shoppable Videos zu verbreiten.

Youtube

Mit mehr als 2 Milliarden monatlichen Nutzern weltweit ist Youtube die führende Online-Video-Plattform. Zum Beweis: 79 % der Internetnutzer haben einen Youtube-Account und eine Milliarde Stunden Videos werden täglich über diesen Kanal angesehen.

Damit Online-Händler ihre Produkte/Dienstleistungen bewerben können, bietet Youtube ihnen verschiedene Arten von interaktiver Werbung an: Trueview for Shopping, Trueview for Action sowie Shopping Ads.

Trueview for Shopping ermöglicht Werbetreibenden die dynamische Darstellung ihres Produktkatalogs in einem Video innerhalb von Shopping Cards. Wenn das Video abgespielt wird, wird ein Symbol in der oberen rechten Ecke angezeigt. Wenn der Internetnutzer darauf klickt, entdeckt er auf der rechten Seite den Inhalt der Anzeige mit detaillierten Informationen zu den Produkten, die er bereits konsultiert hat oder die mit dem angesehenen Video verknüpft sind: Bild, Titel, Preis, etc. So können E-Shopper auf die Produkte zugreifen, die sie bereits konsultiert haben oder die mit dem Video, das sie sich ansehen, verknüpft sind. Auf Smartphones befindet sich das Display unterhalb des Videos.

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Für Werbetreibende, die andere Ziele als den Verkauf von Produkten haben, bietet Google ein weiteres Kampagnenformat an: Trueview for Action. Diese interaktive Werbung ermöglicht es Marketern, einer Anzeige einen Call to Action-Button hinzuzufügen: ein Angebot anfordern, den Onlineshop besuchen, einen Kauf tätigen, einen Newsletter abonnieren, eine App herunterzuladen, eine Reservierung vornehmen, usw.

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Hinweis: Nur InStream-Anzeigen sind mit Trueview for Action kompatibel. Bei Trueview for Shopping haben Werbetreibende die Möglichkeit, InStream- und Video Discovery-Anzeigen zu schalten.

Im November 2019 kündigte Google auch die Ankunft von Shopping Ads auf Youtube an. Diese werden sowohl auf der Youtube Startseite als auch innerhalb der Suchergebnisseiten eingesetzt und den Internetnutzern in Form eines Produktkarussells präsentiert. Die Anzeigen werden entsprechend den Anfragen der Nutzer und ihren Interessengebieten angezeigt.

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Instagram

Social Commerce gewinnt zunehmend an Popularität, da Plattformen neue Funktionen zur Unterstützung der E-Commerce-Ziele von Marken und Händlern hinzufügen. Instagram bildet mit der Entwicklung seiner Instagram Shopping-Funktionalität, die es den Nutzern ermöglicht, ihren Einkaufsprozess innerhalb der Plattform zu beginnen, keine Ausnahme.

Mit 1 Milliarde aktiven Nutzern pro Monat bietet das soziale Netzwerk Marken und Händlern verschiedene Möglichkeiten, ihr Angebot zu präsentieren. Mit Instagram Shopping können sie ihre Produkte innerhalb von Publikationen (Bilder und Videos) mit Tags versehen oder ihre Stories (täglich von mehr als 500 Millionen Nutzern gesehen) auf organische Weise mit Produktaufklebern versehen. Wenn der Benutzer mehr über das Produkt wissen möchte, klickt er darauf, um auf eine Seite weitergeleitet zu werden, auf der er ein Bild, eine Beschreibung, einen Preis und einen Link zu Ihrem Online-Shop findet.

Instagram bietet seinen Werbekunden auch E-Commerce gesponserte Anzeigen wie Stories, Videos, Karussells oder Collections. Diese Werbeformate ermöglichen es Ihnen, Nutzer auf Ihren Online-Shop zu verweisen. Weitere Informationen finden Sie bei Instagram.

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Unabhängig vom Format ermöglicht Instagram seinen Nutzern, mehr über Ihre Produkte zu erfahren (Titel, Preis und Beschreibung), bevor sie eine Bestellung aufgeben. In naher Zukunft werden Händler den Käufern auch anbieten können, ihre Einkäufe direkt innerhalb der sozialen Plattform mit der Zahlungsfunktionalität „Checkout on Instagram“ abzuschließen. Zurzeit wird diese Funktionalität in den USA von einer Handvoll Unternehmen getestet.

Die Shoppable Videoprojekte von Facebook vervielfachen sich weiter. Laut Bloomberg ist der amerikanische Gigant dabei, eine Live-Commerce-Funktion auf seinem Marketplace zu starten, die es den Nutzern ermöglicht, Einkäufe zu tätigen, während sie sich Live-Videos ansehen.

TikTok (Douyin)

Die App zum Teilen und Erstellen von Kurzvideos hat gegenwärtig über 625 Millionen aktive monatliche Nutzer. Um ihre Produkte dieser Community, deren Mitglieder zumeist der Generation Z angehören, vorzustellen, haben Marken bereits eine Reihe von E-Commerce-Funktionen auf TikTok zur Verfügung.

Bald werden diese Marken ihre Produkte auch über einen neuen Kanal verkaufen können: Influencer. Sie werden in der Lage sein, Links in ihre Videos zu integrieren, um die Nutzer auf einen Online-Shop umzuleiten. Derzeit in der Beta-Version in den Vereinigten Staaten verfügbar, wird diese neue Funktion das Influencer Marketing auf der Plattform noch verstärken.

Verizon Media

Verizon Media ist bestrebt, eine inhaltsorientierte, einheitliche Customer Journey für die Kunden durch native, maßgeschneiderte Werbung, von der Entdeckung bis zur Transaktion, aufzubauen.

Für die Weihnachtssaison 2019 haben Yahoo (eine der redaktionellen Webseiten von Verizon Media) und eBay eine inhaltsorientierte Werbekampagne mit dem Titel „The Guy’s Guide to Nailing the Holidays“ entwickelt. Die Kampagne bestand aus Geschenkideen für Männer, und zwar durch eine Reihe von Videos, in denen Influencer aus verschiedenen Bereichen vorgestellt wurden: Lifestyle, Technik, Sport, Gaming usw. Die Kampagne umfasste auch eine Reihe von Videos, die auf der Website von eBay gezeigt wurden.

Innerhalb der Videos konnte der Internetnutzer, die von den Influencern verwendeten eBay-Produkte entdecken. Die Produkte erschienen unterhalb des Videos im Karussellformat und wurden grau umrahmt, sobald der Influencer das Produkt präsentierte. Der Marktplatz ist der erste Werbepartner, der das neue Videoformat von Verizon Media sponsert. Es wird erwartet, dass sich das Format im kommenden Monat weiterverbreiten wird, da Verizon Media seit dieser Ankündigung dieses Feature bereits durch die Zusammenarbeit mit der Profi-Tennisspielerin Serena Williams für die Einführung ihrer neuen Kollektion erneuert hat.

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Snapchat

Snapchat bietet Werbetreibenden verschiedene Werbeformate, um die 210 Millionen täglichen Mitglieder seiner Plattform zu erreichen. Einige von ihnen ermöglichen es Händlern, ihren Produktkatalog zu präsentieren, indem sie gesponserte Bilder und/oder Videos in Product Ads, bestehend aus Story Ads, Snap Ads und Collection Ads, veröffentlichen.

Mit Story Ads können Händler und Marken Käufer aus dem „Entdecken“-Bereich von Snapchat erreichen. Um die Aufmerksamkeit der Nutzer der Plattform zu gewinnen, muss diese Anzeige aus einem attraktiven Bild und Titel bestehen. Werbetreibende können zwischen 3 und 20 Snaps einbauen und Links zu ihrer E-Commerce-Website hinzufügen, um Verkäufe zu generieren.

Snapchat

Snap Ads werden innerhalb der User Stories angezeigt. Wenn der Benutzer Ihre Anzeige entdeckt, wird er zum „Swiper“ eingeladen und dann auf eine Website oder eine E-Commerce-App weitergeleitet, um beispielsweise das in der Anzeige präsentierte Produkt zu bestellen.

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Schließlich können Sie auch Collection Ads verwenden. Bei diesem Werbeformat wird Ihr Video von vier Produkt-Miniaturbildern begleitet. Wenn einer der User mehr über eines dieser Produkte erfahren möchte, kann er einfach auf das Vorschaubild klicken, um zur Produktseite zu gelangen.

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Mit dem Aufkommen von direkt im Videoinhalt kaufbaren Produkten treten wir in eine neue Ära des nativen E-Commerce ein, in der Marken und Händler eine große Zukunft vor sich haben. Die Möglichkeiten, ihre Produkte bekannt zu machen, vervielfachen sich, und die Mittel, die von sozialen Plattformen eingerichtet werden, um den Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, ihr Einkaufserlebnis zu teilen, sollten sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln.

Adrian Gmelch

Adrian Gmelch ist Tech- und E-Commerce-begeistert. Er betreute zunächst große Tech-Unternehmen bei einer internationalen PR-Agentur in Paris, bevor er für die internationale Öffentlichkeitsarbeit bei Lengow tätig wurde.