Visuelle Suche im E-Commerce: Wenn ein Bild mehr als tausend Worte sagt

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Die Suche nach Produkten war und ist weiterhin sehr textbasiert. Doch Suchanfragen sollten nun auch vermehrt visuell getätigt werden können und dadurch praktischer und präziser für den Verbraucher werden. Die visuelle Suche (Visual Search) ist ein Phänomen, das immer zugänglicher wird und den Verbrauchern ein intuitiveres und flüssigeres Einkaufserlebnis bietet.

Die visuelle Suche, die zunehmend von E-Shoppern genutzt wird, macht es möglich, von einem Bild, einem Screenshot oder einem Foto, das mit einem Smartphone aufgenommen wurde, ein Produkt ganz leicht zu finden, ohne dessen Namen, Preis oder Marke zu kennen. Das Potenzial dieses Marktes ist so groß, dass laut Market and Market die visuelle Suche bis 2019 um 216 % zunehmen soll.

Mit Hilfe eines Smartphones, Tablets oder Computers können sich E-Käufer neu inspirieren lassen und die gesuchten Produkte schnell in sozialen Netzwerken (Pinterest, Facebook, Instagram…), in Suchmaschinen (Bing, Google), auf Webseiten oder gar in physischen Geschäften über spezielle Anwendungen finden. Die visuelle Suche eignet sich insbesondere für die Bereiche „Mode“, „Haushalt“ und „Elektronik“. Dort ist die Nachfrage am größten.

Im Folgenden gibt es einen Überblick über die Akteure, die sich auf die visuelle Suche konzentrieren und das Interesse der Händler, diese Technologie zu nutzen.

Wer setzt auf visuelle Suche?

Seit 2017 wird die visuelle Suche immer beliebter, angetrieben von Branchen-Playern wie Pinterest, Instagram, Amazon, eBay und Google.

Pinterest: „Shop The Look“

Zusätzlich zu „Lens“ hat Pinterest sein Bildsuchwerkzeug „Shop The Look“ auf den Markt gebracht, das für die Nutzer der sozialen Plattform ein absolutes Muss ist. Mit dieser Funktion haben Pinterest-Nutzer die Möglichkeit, einen Artikel direkt aus einem Bild heraus zu kaufen, indem sie auf weiße Kreise klicken und dann auf die Webseite des Händlers weitergeleitet werden.

Als ambitionierte Plattform möchte Pinterest die Nutzer inspirieren, wie Adrien Boyer (Director Southern Europe bei Pinterest) betont: „Im Gegensatz zu Facebook, Twitter oder Instagram kommen unsere Nutzer nicht, um vergangene Momente zu teilen. 55 % von ihnen sind da, um einen Kauf vorzubereiten, indem sie nach Bildern und Inspirationen suchen. ‚Shop The Look‘ ermöglicht es ihnen, Produkte auf unserer Plattform leicht zu finden.“

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Instagram Shopping

Auch Instagram beschäftigte sich schnell mit Social Shopping. Nachdem Dynamic Ads (auch auf Facebook verfügbar) den Instagram-Werbetreibenden zur Verfügung gestellt wurden, hat das soziale Netzwerk 2017 seine Plattform um eine neue E-Commerce-Funktion erweitert: Instagram Shopping. Ähnlich wie bei „Shop The Look“ bietet Instagram Shopping den 25 Millionen aktiven Geschäftskunden die Möglichkeit, ihre Produkte über das soziale Netzwerk zu verkaufen. Im Instagram-Newsfeed können Firmen dann Produkte in ihren gesponserten Anzeigen markieren.

Ursprünglich nur für US-amerikanische Nutzer verfügbar, wurde die Funktionalität anschließend in Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Spanien, Italien, Kanada, Australien und Brasilien eingesetzt. Der Erfolg dieser Funktion ist so groß, dass Instagram, die Funktion „Shopping“ nun auch auf Stories ausgeweitet hat.

Auch andere Akteure wollen sich einbringen. So zum Beispiel Amazon und dessen soziales Netzwerk „Spark“ (reserviert für Prime Mitglieder), eBay und dessen Bildsuchfunktionen für mobile Geräte („Image Search“ und „Find It On eBay“) oder Google, das seine mobile Bildsuche überarbeitet hat (Google Lens).

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5 Gründe, Ihren Kunden auch Visual Search anzubieten

1/ Ermöglichen Sie eine schnellere Produktsuche

Wenn Sie Ihre Produkte online verkaufen, sind visuelle Eindrücke für eine Kauf-Entscheidung der E-Shopper unerlässlich. In der visuellen Suche sind Bilder sinnvoller, da sie nicht nur den Verbraucher inspirieren, sondern ihn auch direkt zum identifizierten Produkt oder, falls erforderlich, zu einem alternativen Artikel führen.

2/ Bieten Sie ein Omnichannel-Erlebnis

Durch die Kombination von M-Commerce und Chatbots wird die visuelle Suche als Konnektor eingesetzt. Diese Technologie ermöglicht es Käufern, einen Artikel in der realen Welt zu finden, ihn dann aber online zu bestellen.

3/ Bieten Sie ein komplettes Angebot

Mit der visuellen Suche ermöglichen Sie es Verbrauchern, nicht nur ein einzelnes Produkt, sondern einen ganzen Look zu kaufen. Die Möglichkeit, die Chancen zu erhöhen, dass ein Verbraucher vor einer Bestellung weitere Produkte in seinen Warenkorb legt.

4/ Verhindern Sie frustrierte Kunden

Wenn einige Produkte in Ihrem Katalog „vergriffen“ sind, hält die visuelle Suche die Käufer in Ihrem Online-Shop, indem sie ihnen ähnliche Produkte anbietet und solche die „auf Lager“ sind.

5/ Schaffen Sie eine flüssigere Kundenerfahrung

Mit der visuellen Suche sparen Ihre Kunden Zeit im Einkaufsprozess. Auf diese Weise müssen sie nicht mehr auf Ihrer Website nach dem richtigen Produkt suchen. Neben der Verbesserung des Kundenerlebnisses hilft die visuelle Suche auch, Situationen zu lösen, in denen Verbraucher das gesuchte Produkt auf Ihrer Website nicht finden können.

Lesehinweis > Wie kann die visuelle Suche Ihren Umsatz verbessern?

Die visuelle Suche macht das Online-Shopping einfacher, schneller und interaktiver. Zusätzlich dazu wird zunehmend auch Augmented Reality von Händlern genutzt, um einzigartige Einkaufserlebnisse zu schaffen. Wie die visuelle Suche erleichtert Augmented Reality die Produktsuche, aber auch die Verbindung der realen mit der virtuellen Welt. In diesem Zusammenhang erwarten 74 % der Verbraucher, dass die Anbieter ihnen ein Augmented-Reality-Erlebnis bieten (Quelle: Digital Bridge). So hat Amazon etwa einen neuen Dienst namens Part Finder eingeführt. Diese Funktion, die über die mobile Anwendung verfügbar ist, ermöglicht es Heimwerkern, Ersatzteile (Schrauben, Muttern, Bolzen usw.) zu identifizieren und diese dann zu bestellen.

Lesehinweis > Wie verändert Augmented Reality unsere Art zu konsumieren?

Um mehr über die visuelle Suche zu erfahren, laden Sie unseren Guide herunter:

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Adrian Gmelch

Adrian Gmelch ist Tech- und E-Commerce-begeistert. Er betreute zunächst große Tech-Unternehmen bei einer internationalen PR-Agentur in Paris, bevor er für die internationale Öffentlichkeitsarbeit bei Lengow tätig wurde.